Über den Sommerweg auf den Lusen

Den Lusen im Bayerischen Wald mit seinen 1.373 Metern zu erklimmen, hatte ich mir schon eine Ewigkeit vorgenommen.
Und nun hatte ich zum Start des Jahres 2016 die Möglichkeit, mit meinem guten Freund Armin diese Tour zu realisieren. Mit Armin hatte ich sowohl einen hervorragenden Führer mit bester Ortskenntnis als auch einen tollen Fotografen dabei. Viele der Fotos in diesem Bericht stammen von ihm – besucht doch für mehr tolle Bilder auch seine Homepage: www.ArminBaisch.de

Nachdem der Winter in diesem Jahr noch nicht so recht Einzug halten wollte und so gut wie kein Schnee lag, haben wir uns entschlossen, den Lusen über den Sommerweg zu besteigen.

Gestartet sind wir am Parkplatz Fredenbrücke kurz vor der Ortschaft Waldhäuser gegen 07.30 Uhr, also ca. eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang.
Der Weg führte uns dann zunächst bergauf entlang der kleinen Ohe. Hier war der Weg durch das teilweise darüber gelaufene Wasser recht vereist. Wir hatten jetzt am frühen Morgen immerhin eine Außentemperatur von ca. -5 Grad. Und so entschlossen wir uns, neues Equipment zu testen. Wir hatten beide noch unbenutzte Spikes für die Wanderschuhe dabei und wollten diese nun gleich einem Härtetest unterziehen. Fazit? Ich muss sagen, die Dinger haben sich echt gut geschlagen. Auf dem total vereisten Weg hatten wir durchweg guten Halt und sind nicht ins Rutschen gekommen. Das Überziehen über die Stiefel gelang auch recht einfach und problemlos. Wir werden diese Spikes zukünftig bei entsprechender Witterung auf jeden Fall wieder in den Rucksack packen.

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Nur einer brauchte sowas nicht – Merlin, Armins treuer Begleiter 🙂

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Nach diesem ersten Aufstieg erreichten wir die Martinsklause, einen kleinen Stausee, der früher zur Wassertrift genutzt wurde – also um Baumstämme mit Hilfe des abfließenden Wassers über die kleine Ohe nach unten in´s Tal zu transportieren.
Ein wirklich schöner und idyllischer Fleck!

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Danach führte uns der Weg weiter bergauf zum Teufelsloch. Es handelt sich hier um eine Felsformation mit einem unterirdisch fließenden Bachlauf. Ein herrlicher Ort um den sich diverse Sagen und Mythen ranken. Auf jeden Fall ist es hier immer ein paar Grad kälter als auf dem restlichen Weg.

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Kurz danach führt der Weg an einem Aussichtspunkt vorbei, an dem man Informationen über das Naturschutzgebiet erhält, in dem man sich gerade bewegt. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich inmitten der riesigen Totholzgebiete, welche Sturm und Borkenkäfer in den 80er und 90er Jahren hinterlassen haben, von selbst wieder ein junger, frischer Bergwald entwickelt.

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Weiter ging es immer höher hinauf teilweise über Bohlenwege bis wir bei der Glasarche – einer beeindruckenden Skulptur aus Holz und Glas, die von deutschen und tschechischen Künstlern erschaffen wurde – ankamen.
(Hier geht es zur offiziellen Homepage mit vielen Infos zur Glasarche)

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Ab hier führte uns nun der sogenannte Sommerweg immer geradeaus auf den Lusengipfel zu.
Erst noch sanft ansteigend erreicht man dann nach kurzer Strecke die Himmelsleiter und nun führt der Weg steil über große Felsstufen nach oben, um dann auf den letzten Metern vor dem Gipfel in dem bekannten Steinmeer zu enden. Hier geht es dann über die einzelnen Granitbrocken bis hinauf zum Gipfelkreuz. Ein absolut faszinierender Ort und durch diese Struktur aus zahllosen aufgetürmten Granitfelsen wohl einzigartig.

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Wir verbrachten dann eine ganze Zeit am Gipfel um den perfekten Rundumblick zu genießen und und einige Fotos zu schießen. Der Wind wehte hier zwar wirklich eisig herauf, aber dieser faszinierende Ausblick bis weit in den Bayerischen Wald und den Böhmerwald hinein lässt einen nicht so schnell los.

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Nach einiger Zeit verließen wir den Gipfel dann wieder über den Winterweg hinab zum Lusenschutzhaus. Beim Schutzhaus – nun deutlich windgeschützter – haben wir uns dann erst einmal die mitgebrachte Brotzeit und ein kleines Bierchen genehmigt.

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Nach dieser Stärkung machten wir uns dann auf den Rückweg und folgten der Forststraße in Richtung Waldhäuser. Hier sind uns dann wirklich viele Ausflügler begegnet, die auf diesem einfachen Weg das schöne Wochenendwetter am Lusen nutzen wollten. Unser früher Aufbruch war also die absolut richtige Entscheidung – so waren am Gipfel nur wenige Wanderer außer uns und wir konnten den schönen Ort in aller Ruhe genießen.

Vor Waldhäuser bogen wir dann wieder in Richtung Martinsklause ab folgten von dort einem Wanderweg parallel zu unserem Hinweg zurück zum Parkplatz Fredenbrücke. Nun, gegen 13.30 Uhr war der Parkplatz komplett gefüllt. Das Sprichwort mit dem frühen Vogel stimmt also doch 😉

An dieser Stelle nochmal Danke an Armin für die tolle Tour und die super Fotos!

Hier noch unsere Strecke zum Nachwandern:
(Den Rückweg kann man – je nach Jahreszeit – durch die Benutzung der umweltfreundlichen Erdgasbusse nutzen, die auch den Parkplatz Fredenbrücke ansteuern. Über die Abfahrtzeiten, etc. müsstet ihr euch im Internet, z.B. bei der Nationalparkverwaltung, schlau machen.)


 

Und hier das kleine Teaser-Video zu unserer Tour 🙂

 

 


Und noch ein wichtiger Hinweis zu den Tourenbeschreibungen und den angebotenen GPS-Tracks:

Bitte beachtet, dass sowohl die Beschreibungen als auch die zum Download angebotenen GPS-Tracks zwar mit größter Sorgfalt erstellt wurden, aber wir keine Garantie für diese Angaben übernehmen können. Wegführungen und Beschilderungen können sich über die Zeit ändern und es kann durchaus sein, dass Wege, welche in unseren Touren enthalten sind, nicht mehr begehbar oder gesperrt sind. Gerade in Waldgebieten kann es durch Unwetter, Forstarbeiten, etc. zu Änderungen an der Wegführung kommen. Achtet daher immer auf die Beschilderungen vor Ort, respektiert Sperrungen und überzeugt euch selbst von der Begehbarkeit der Wege. Unsere Beschreibungen und GPS-Tracks dienen ausschließlich als Vorschläge und jeder Wanderer ist für sein Handeln selbst verantwortlich!
Natürlich sind wir jederzeit dankbar für Hinweise, falls einer unserer Tourenvorschläge so nicht mehr machbar sein sollte und nehmen dann natürlich gerne entsprechende Änderungen auf. Aber, wie ihr sicher versteht, können wir nicht alle Touren permanent selbst vor Ort überprüfen.
Daher nochmal: Jeder ist selbst für sich und sein Tun verantwortlich! Im Zweifelsfall – wie immer bei allen Touren – lieber umkehren und einen anderen Weg suchen, als sich in Gefahr zu begeben!