Auf Schneeschuhen zum großen Arber …

Der Plan, diesen Winter etwas Neues auszuprobieren war schon lange gefasst. Die Ausrüstung war auch schon angeschafft. Umso ärgerlicher war es, dass der Winter dieses Jahr so gar nicht in die Gänge kommen wollte oder sich die wenigen Schneefälle hier nicht lange hielten.

Und dabei lagen doch schon seit Anfang des Jahres so wunderbare, schöne nagelneue Schneeschuhe hier bei mir rum und warteten nur darauf, endlich mal ihrer artgerechten Haltung im Schnee zugeführt zu werden.

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Ich hatte mich nach einiger Recherche und auf Empfehlung eines guten Freundes für das Modell Flex Alp XL von Tubbs entschieden. Gründe für diese Entscheidung waren unter anderem die Bauweise aus flexiblem, hoch bruchfesten Kunststoff, was eine natürliche Gehbewegung mit Abrollen leichter macht sowie die einfach zu bedienende Bindung.

(Wie im Artikel zum Outdoor-Blogger-Codex versprochen, hier der Hinweis: Die Ausrüstung habe ich selbst angeschafft. Ich wurde hier von keinem Hersteller, Anbieter, etc. unterstützt.)

Als wir Anfang des Jahres kurzerhand ein Wochenende in Sankt Englmar im Bayerischen Wald gebucht haben, waren wir der Ansicht, dass Mitte Februar in Sachen Schnee dort eigentlich nichts schief gehen kann und hatten den Plan, unsere Wanderung zum Hirschenstein nun mit Schneeschuhen zu bestreiten.

Doch daraus wurde leider nichts.

Die Schneelage Mitte Februar in Sankt Englmar reichte wohl – unter Zugabe von Kunstschnee – gerade so den Skifahrern mehr schlecht als recht. Schneeschuhe wären im Wald nicht nur unnötig gewesen sondern wahrscheinlich mehr zu Schlammschuhen mutiert.

Also musste ein Ersatzplan her – und der sah so aus:

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Wir haben – wie geplant – Freitags Schneeschuhe für Ursula in Sankt Englmar im Sportgeschäft ausgeliehen und sind dann gleich am Samstag nach dem Frühstück im Hotel in Richtung Arber gestartet. Wir hatten eine Tour vom großen Arbersee aus hinauf zum großen Arber herausgesucht. Nachdem hier der Start bereits auf ca. 950 Metern Höhe liegt und die Tour von dort aus immer bergauf bis auf über 1.400 Meter führt, sollte die Schneelage deutlich besser sein. Und das war auch so.

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Die Bedingungen waren noch recht gut für eine Wanderung auf Schneeschuhen. Und so stand dem Test nichts mehr im Weg. Wir hatten durch die geliehenen Schneeschuhe von Ursula auch die Möglichkeit, zwei verschiedene Varianten von Schneeschuhen gegeneinander zu testen. Ich hatte die oben beschriebenen Tubbs und Ursula hatte ein Modell von Komperdell, welches einen starren Aluminium-Rahmen mit einem dazwischen gespannten Kunststoff aufwies.

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Ein großer Unterschied lag auch in der Lagerung der Schuhbindung. Bei meinen Tubbs gibt es hier eine Art Achse unter der Bindung, welche in den Metallschienen unter den Schneeschuhen gelagert ist. Eine Bewegung ist damit nur in Form einer Drehbewegung „rauf und runter“ möglich. Man hat eine sehr gute Seitenstabilität. Bei den einfacheren Schneeschuhen von Komperdell war die Bindung lediglich an einem Stück Stoff oder Kunststoff befestigt und konnte somit auch seitlich in einem gewissen Bereich bewegt werden. Wir empfanden diese Variante als nicht so angenehm und würden zur „starren“ Lagerung wie bei den Tubbs tendieren.

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So gerüstet konnte es also auf dem Weg gehen. Der Start erfolgt am Parkplatz beim großen Arbersee. Direkt beim Gasthaus am Arbersee beginnt die durchgängig mit der orangen Nummer 2 beschilderte Schneeschuhtour zuerst auf einem breiten Forstweg und führt nun stetig bergauf.

Nach einiger Zeit geht der Weg von der breiten Forststraße über in einen schmalen Bergweg und wird teilweise auch etwas steiler. Hier muss man auch (besonders wenn mehr Neuschnee liegt und noch keine ausgetretenen Wege zu sehen sind) ein bisschen mit der Orientierung aufpassen, um den Weg nicht zu verlassen.

Etwas unterhalb des Gipfels trifft man dann auf die Skiabfahrt. Hier weist ein Schild darauf hin, dass diese nicht betreten oder überquert werden darf. Eine Beschilderung, wie der offizielle Schneeschuhtrail nun weiterführt haben wir zumindest nicht gefunden – vielleicht waren wir auch blind. Die Beschreibung besagt aber, dass man am Rande der Schleppliftspur hinauf zum Arbergipfel aufsteigen muss. Nachdem wir unsicher waren, ob dies wirklich so nah am Schlepplift gut ist, sind wir einen Teil des Hangs dann im tiefen Schnee und ohne vorhandene Spuren aufgestiegen. Das war ein prima Test, wie sich die Schneeschuhe im freien Gelände verhalten. Und ich muss sagen, man kommt damit wirklich toll voran! Besonders, wenn man die aufklappbaren Steighilfen der Tubbs-Schneeschuhe verwendet, merkt man deutlich, dass man schneller und sicherer bergauf kommt.

Nachdem das Wetter aber immer schlechter und der Nebel immer dichter wurde, haben wir uns entschlossen, die letzten Meter zum Gipfel nicht mehr aufzusteigen und sind wieder umgekehrt. Und auch jetzt beim Abstieg im steilen Gelände bei tiefem Schnee war ich sehr positiv überrascht, wie leicht das mit den Schneeschuhen zu bewältigen ist.

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Unser Fazit:

Schneeschuhwandern wird in Zukunft mit Sicherheit zu unseren Outdoor-Aktivitäten zählen. Es ist für uns als Nicht-Ski-Fahrer eine perfekte Möglichkeit, im Winter in wunderschöne Landschaften zu gelangen und sich draussen zu betätigen.

Was die Schneeschuhe angeht, war ich von meinen Tubbs Flex Alp XL absolut angetan. Funktion und Verarbeitung konnten mich überzeugen. Die geliehenen Modelle mit dem starren Aluminiumrahmen haben gute Dienste geleistet kämen bei uns aber für einen Kauf nicht in Frage. Hier war es die Bindung und die fehlende Flexibilität, die uns gestört hat.

Was man zum Schneeschuhwandern unbedingt noch an Ausrüstung haben sollte, sind Ski- oder Trekkingstöcke. Bei den Trekkingstöcken sind größere Schneeteller zu empfehlen, die es meistens als Zubehör zu kaufen gibt.
Außerdem sind Gamaschen absolut zu empfehlen, damit bei tieferem Schnee die Hosenbeine nicht nass werden und vor allem kein Schnee von oben in die Stiefel kommt.
Grundvoraussetzung sind natürlich stabile und absolut dichte (gut imprägnierte) Wanderstiefel.

Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen 🙂

 


 

Und dann hier noch die Route zum Nachwandern:


Und noch ein wichtiger Hinweis zu den Tourenbeschreibungen und den angebotenen GPS-Tracks:

Bitte beachtet, dass sowohl die Beschreibungen als auch die zum Download angebotenen GPS-Tracks zwar mit größter Sorgfalt erstellt wurden, aber wir keine Garantie für diese Angaben übernehmen können. Wegführungen und Beschilderungen können sich über die Zeit ändern und es kann durchaus sein, dass Wege, welche in unseren Touren enthalten sind, nicht mehr begehbar oder gesperrt sind. Gerade in Waldgebieten kann es durch Unwetter, Forstarbeiten, etc. zu Änderungen an der Wegführung kommen. Achtet daher immer auf die Beschilderungen vor Ort, respektiert Sperrungen und überzeugt euch selbst von der Begehbarkeit der Wege. Unsere Beschreibungen und GPS-Tracks dienen ausschließlich als Vorschläge und jeder Wanderer ist für sein Handeln selbst verantwortlich!
Natürlich sind wir jederzeit dankbar für Hinweise, falls einer unserer Tourenvorschläge so nicht mehr machbar sein sollte und nehmen dann natürlich gerne entsprechende Änderungen auf. Aber, wie ihr sicher versteht, können wir nicht alle Touren permanent selbst vor Ort überprüfen.
Daher nochmal: Jeder ist selbst für sich und sein Tun verantwortlich! Im Zweifelsfall – wie immer bei allen Touren – lieber umkehren und einen anderen Weg suchen, als sich in Gefahr zu begeben!

 

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